Der fünfte Saisonsieg der Domstädter hat noch einmal unvermutete Bewegung in die so verkrustetet anmutenden Verhältnisse am Tabellenende gebracht; vor dem Coup gegen Leverkusen musste sich der Effzeh schließlich seit dem Spieltag ununterbrochen mit dem letzten Tabellenplatz arrangieren.Zum Saisonstart wartet in Wolfsburg keine leichte Aufgabe, auch wenn der BVB als klarer Favorit die Reise nach Niedersachsen antreten wird. Nach dem Umbruch bei den „Wölfen“ wird es wohl noch einige Zeit dauern, ehe der VfL den Weg zur Spitze zurückfinden wird.
Auch wenn die bittere Niederlage überaus schmerzhaft war, hat Werder noch lange nicht aufgesteckt. „Die Kölner sind jetzt punktgleich mit uns und feiern Europa. Wir haben noch geile Spiele vor der Brust, aber da müssen wir einiges besser machen als heute. Dann bin ich optimistisch gestimmt“, zeigte sich Fin Bartels bereits unmittelbar nach dem Schlusspfiff kämpferisch.
Ob nach der Dienstreise nach Stuttgart noch etwas dazu kommt, wird sich zeigen. Die Wettanbieter wollen nicht so recht dran glauben…
Gegen die Hertha (0:0), Freiburg (2:0) und Augsburg wusste vor allem die im Abstiegskampf so wichtige Defensive zu überzeugen; vor dem bitteren Rückschlag in Gladbach kam die Hintermannschaft reichliche 280 Spielminuten ohne jeden Einschlag davon.
Trainer Manuel Baum war unterdessen „so angefressen“ wie schon lange nicht mehr. „Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit hingelegt, aber leider zu viele Chancen liegen lassen. In der zweiten Halbzeit hat uns Hannover öfter überspielt, und wir waren bei den zweiten Bällen nicht mehr so gut. Das zweite Gegentor dürfen wir nicht kriegen, dann verlierst du so ein Spiel unverdient“, konstatierte der 38-Jährige.Da von den besagten sieben Vergleichen aber auch nur einer an die Gäste ging, dürfte die Statistik bei den Hoffenheimern nicht minder ungute Vorahnungen heraufbeschwören.
Wenngleich zweifelsohne noch immer ein riesiger Berg Arbeit vor den Geißböcken liegt, mangelt es somit doch nicht mehr an guten Gründen, mittlerweile wieder zumindest ein ganz kleines Licht am Ende des Tunnels auszumachen.
Mit dem Sieg im Klassiker hat die Borussia nicht nur ihre Zugehörigkeit zur Top 4 bekräftigt, sondern auch den Rückstand auf die Münchner auf nur mehr überschaubare fünf Punkte verkürzt — weshalb sich das Team in den nächsten Wochen sogar zum heimlichen Meisteranwärter mausern kann.
Erwähnt seien an dieser Stelle insbesondere die beiden bevorstehenden Duelle mit den Kellerkontrahenen SC Freiburg und Hamburger SV, bei denen Werder im Klassement viel an Boden gutmachen kann.
Dass aus diesem Trotz auch eine gewisse Stärke resultiert, bekam zuletzt selbst der deutsche Rekordmeister zu spüren; der von seiner unmittelbar zuvor absolvierten Madrid-Reise angeknockte FC Bayern wurde vom Schlusslicht zumindest eine Halbzeit lang dominiert.Gleichwohl lässt es einigermaßen tief blicken, dass sich vorab kaum ein VfL-Verantwortlicher mit dieser bestmöglichen Variante zu beschäftigen scheint — der in unmittelbarer Nähe befindliche Abgrund übt offensichtlich eine deutlich größere Faszination auf die VW-Städter aus.
Nicht gerade positiv sieht es somit für Leverkusen im Kampf um einen Platz in der Champions League aus. Dennoch ist man unterm Bayer-Kreuz weiterhin optimistisch. Sportchef Rudi Völler: „Wir dürfen uns die Saison nicht kaputt machen. Es ist noch nicht zu Ende.“
Sein Name: Thomas Delaney. Seine Referenzen: Je drei Mal Meister und Pokalsieger mit dem FC Kopenhagen, 14 Länderspiele für Dänemark sowie die Kapitänsbinde bei seinem Ex-Klub (seit 2014). Seine Aufgabe: im zentralen Mittelfeld die fehlende Balance zwischen Angriff und Abwehr wiederherstellen.
Der VfB trägt dagegen nach dem Absturz auf die Abstiegsplätze einen ungleich schwereren Rucksack auf dem Rücken. Und die Erfahrungen des jüngsten Montagsspiels lassen erahnen, dass der Gastgeber dem ungeheuren Druck nicht in der erforderlichen Weise gewachsen ist.
So hielt die langersehnte internationale Premiere gleich den ersten absehbaren Dämpfer bereit; von den Reds aus Liverpool wurde die TSG in den königlichen Play-offs ob ihrer etwas zu großen Naivität umgehend in die Europa League verbannt.Einen Anteil an den Gegentoren hatte jedoch auch der überaus fehleranfällige Heinz Lindner. Der Austria-Neuzugang hat sich damit wohl die Chance verspielt, gegen den VfL in der Startelf zu stehen. In dieser wird mit großer Wahrscheinlichkeit nun der nach dem Trapp-Abgang verpflichtete Lukas Hradecky stehen.
Die letzten 14 Auseinandersetzungen der Kontrahenten bekamen lediglich einen Auswärtssieg zu sehen — der im Frühjahr 2016 dann aber wenigstens an den FC Schalke ging.
Damit ist Werder aber wahrscheinlich noch besser als die Frankfurter Eintracht dran, die im zweiten Seuchenjahr in Folge nunmehr endgültig auf der Strecke bleiben: Schon der HSV musste vor einiger Zeit ja (fast) einmal erfahren, dass sich ein Relegationsschock nicht unbedingt als heilsam erweist.
Die Lust der Braunschweiger, die die Saison auf Rang 3 beendet haben, auf die Relegation ist sicher noch größer geworden. Jetzt können sie nicht nur aufsteigen, sondern auch gleichzeitig den ungeliebten Nachbar hinunter ziehen.
In aller Regel war es deshalb „nur“ der individuellen Klasse eines Matchwinners zu danken, dass die Dreier dennoch munter von den Bäumen fielen — wenn den Knappen nicht gleich ein gegnerischer Akteur (wie zuletzt der Wolfsburger Knoche) mit einem Eigentor entscheidend unter die Arme griff.Dabei ist es nicht nur dem Hummels-Coup geschuldet, dass der BVB wohl erneut nur ein heißer Anwärter auf die Vize-Meisterschaft ist; mit Gündogan und Mkhitaryan sind schließlich auch zwei weitere bisherige Korsettstangen dem Reiz zweier noch finanzkräftigerer Klubs erlegen.
für eine Trauma-Bewältigung hatte die erfolgreiche Aufholjagd insbesondere bei Trainer Bruno Labbadia gesorgt, der im 1Versuch erstmals ein Spiel gegen seinen früheren Klub gewann.
Dank zuletzt vier eingefahrenen Siegen und einem Remis kann die TSG aktuell allerdings auf einen Lauf in der Bundesliga verweisen.
Angesichts dessen ist der HSV am kommenden Samstag (18:30 Uhr) dazu angehalten, unbedingt die ersten Frühjahres-Punkte auf das Reißbrett zu bringen. Zumal mit dem VfB Stuttgart nun ein Kontrahent aus dem unteren Tabellendrittel wartet.
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